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The daily hazards of life

Das verflixte 7. Jahr

Fall down seven times, stand up eight.

Japanese Proverb

Vor kurzem gab es in meinem Bekanntenkreis eine Trennung. Das kann ja vorkommen. Allerdings hat mich ein Detail dabei stutzig gemacht: die beiden haben sich nach sieben Jahren getrennt. Und dabei hat sich mir die Frage gestellt: warum hört man so oft, dass gerade im 7. Jahr alles aus ist? Was ist an diesem Jahr anders als an den sechs davor? Ich habe mich daher auf Ursachenforschung begeben und nach möglichen Erklärungen gesucht, warum sich Heidi & Seal, JLo & Marc Anthony und tausende Normalsterbliche genau nach diesem Zeitraum getrennt haben.

Sieben ist generell offenbar eine beliebte Zahl: sieben Tage hat die Woche, Schneewittchen schart sieben Zwerge um sich, es gibt sieben Weltwunder und wenn man auf deutschen Schlager steht, schlägt die Gruppe Karat vor, dass man „Über sieben Brücken gehen muss“. Wir haben also an dieser Stelle schon mal festgestellt: die 7 ist keine gewöhnliche Zahl.

Was das nun mit potenziellen Beziehungsenden zu tun hat? Manch einer beruft sich auf die Antike, in der man meinte, dass sich das Leben der Menschen in Lebensalter einteilen lässt, die jeweils eine Spanne von sieben Jahren umfassen. Dabei tritt der Mensch im Rhythmus von sieben Jahren immer in eine neue Lebensphase ein und schließt eine alte ab. Der Schluss läge hier also nahe, dass man sich ungefähr nach sieben Jahren oftmals in einer Umbruchphase befindet, in der sich generell einiges im Leben ändert. Und damit kann nicht jeder umgehen.

Der Duden schiebt die Schuld für den Ausdruck „das verflixte siebte Jahr“ auf den gleichnamigen Film mit Marilyn Monroe. Im Original heißt der nämlich „The Seven Year Itch“. Der Begriff seven year itch bezeichnet eigentlich eine ansteckende Hautkrankheit, die juckende Pusteln am Körper verursachte und seit dem frühen 19.Jahrhundert in den USA derart verbreitet und gefürchtet war, dass man ihren Namen auch redensartlich verwendete und z.B. verhassten Zeitgenossen an den Hals wünschte. Im erwähnten Film gibts keine Pusteln, dafür eine schöne Nachbarin, die Gefahr für die Ehe des Hauptdarstellers bedeutet. Der Duden meint „Damit wurde der allgemeine Bedeutungswandel des Ausdrucks eingeleitet, wobei sicherlich auch eine Rolle spielte, dass itch im Englischen auch „Drang“ bzw. „Jucken“ im übertragenen Sinn bedeuten kann (im Sinne von „es juckt jemanden, etwas zu tun“). Jetzt war nicht mehr ein sieben Jahre andauerndes Phänomen gemeint, sondern eines, das genau im siebten Jahr eintritt. Der Filmtitel wurde somit – englisch wie deutsch – zum geflügelten Wort für die vermeintlich kritischste Phase einer Ehe oder Beziehung.“ Aha.

So richtig zufrieden stellen mich diese Erklärungen zwar alle nicht, aber letztlich ist es in der Liebe wohl so wie generell im Leben: shit happens. Manchmal nach sieben Jahren, manchmal früher und manchmal später.

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