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The daily hazards of life

Neulich im Dom

Ich besuchte 12 Jahre lang eine Klosterschule. Mit eigener Schulkapelle, ein paar Nonnen hie und da und täglichem Gegrüßet seist du Maria vor Unterrichtsbeginn. 12 Jahre, in denen ich immer wieder die gleichen Litaneien in der Schulmesse heruntergebetet, die immer gleichen Kirchenlieder für die Schlussmesse einstudiert und in denen ich genau eines nicht entwickelt habe: ein Nahverhältnis zur Kirche. Eher im Gegenteil. Die Kirchenbesuche der letzten Jahre kann ich an einer Hand abzählen. Und da handelte es sich eigentlich immer nur um Hochzeiten.

Umso verwunderlicher also, dass gestern folgendes passiert ist: ich war in einer Messe. Im Stephansdom. So mit Pfarrer, Ministranten, Glaubensbekenntnis aufsagen und allem drum und dran. Und es war eigentlich ganz schön. Ich finde zwar, dass Menschen in katholischen Kirchen immer so unglaublich traurig aussehen, aber offenbar liegt für viele doch etwas Tröstliches in diesem ewig gleichen Wiederholen von Phrasen und Gesten. Und an sich gefällt mir ja auch die Atmosphäre in Kirchen. So ruhig. Ihre Einstellung zu Frauen, Homosexuellen, dem Zölibat und ein paar anderen nicht unwesentlichen Dingen könnte sie noch ändern, dann wäre mir die katholische Kirche ja fast schon sympathisch.

 

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