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Travelling

Der wilde Westen fängt gleich hinter Hamburg an

Denn bei euch im Süden von der Elbe

Da ist das Leben nicht dasselbe.“ Beginner, City Blues

 

Vergangenes Wochenende bin ich in die Stadt zurückgekehrt, die mir vor ein paar Jahren einige Zeit als Heimat diente: Hamburg. Die nordische Perle mit dem rauen Image und den sprücheklopfenden Mülleimern. Und wiedermal hat mir die Stadt durchaus Rätsel aufgegeben – einerseits so abwechslungsreich, voll an großartigen Lokalen, Musik, Wasser und Vergnügen. Andererseits auch so kühl und verschlossen gegenüber allem, was fremd und nicht indogen-hamburgerisch ist.

Da geht man zum Beispiel die Reeperbahn entlang und ist überall von blinkenden Werbungen für alle noch so unterschiedlichen und dunklen Facetten von Sex umgeben, einer mitschwingenden Offenheit gegenüber unterschiedlichen Neigungen und Präferenzen. Und wird dann andererseits im nächstgelegenen Club, an dem sich die reichen Töchter und Söhne treffen fast schon als exotisches Objekt betrachtet und mitunter nicht immer herzlich aufgenommen, wenn sich herausstellt, dass man nicht Teil der Hamburg-Clique ist.

Hamburg, das ist Schicki-Micki vom Feinsten neben schlimmstem sozialem Moloch. Louis Vuitton Taschenträgerin neben auf der Straße lebendem Sozialfall mit Alkoholproblem. Und das ganz offen zur Schau getragen. Hamburg täuscht nichts vor. Hier geht es nicht so aalglatt zu wie in München, hier herrscht aber auch nicht das aufgesetzte Hipstertum Berlins. Hamburg ist einfach Hamburg. Und wenn man dann Sonntag morgens um halb sechs auf dem Fischmarkt steht, umgeben von den Überbleibseln der Nacht, weiterfeiernden Alkoholleichen und Touristen in roten Partnerlookjacken, dann denkt man sich trotzdem: irgendwie ist es schon dufte hier.

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