sei-il-mio-sole_740x495
Travelling

12 Apostel, eine Wurst, ein paar italienische Clowns – und ich!

Kinder, Kinder! Was für ein Wochenende! Es haben sich mehrere epochale und durchaus historische Dinge ereignet, ich weiß gar nicht ob das alles in einen Blogpost passt. Denn: ich habe eine Apostelbeislrallye absolviert, Conchita Wurst im italienischen Fernsehen fassungslos dabei zugesehen wie sie den Songcontest gewinnt und im Clownkostüm ein Spalier von etwa 12 anderen italienischen Clowns am Canal Grande in Triest durchwandert.

Aber beginnen wir von vorn: ich habe hier in der Vergangenheit glaube ich schon mal berichtet, dass ich alle heiligen Zeiten einer ganz besonderen Challenge fröne – Beislrallyes. Ziel: möglichst viele Beisl, die man bislang noch nicht kannte, an einem Abend in einem bestimmten Gebiet erkunden. Und bei der letzten Rallye ist etwas epochales passiert: wir haben die Apostel-Rallye geschafft – 12 Beisl an einem Abend! Und was soll ich sagen, es waren wieder TOP Lokale dabei. Diesmal war ich in Begleitung von 6 Ex-Publizistik-Studienkollegen und wir erkundeten das Gebiet rund um unser ehemaliges Institut – den schönen 18. Wiener Gemeindebezirk. In unserer Studienzeit gab es hier ausnahmslos nur Stinkelokale, wie ich sie gerne nenne. Also Lokale, in die man reingeht und automatisch stinkt. Der Fairness halber sei gesagt, dass es mittlerweile rund um den Kutschkermarkt durchaus sehr nette Lokale gibt, in die ich auch unter normalen Umständen gehen würde. Diese Lokale haben wir allerdings zum Großteil nicht aufgesucht. Und es war wie immer ÄUSSERST interessant die Wiener Beislkultur zu erkunden – das Café Happy z.B., mit dem Wurlitzer aus dem immer „Ship ahoi, Ship ahoi“ ertönt, das albanische Beisl, in dem uns eine gratis Wurstplatte kredenzt wurde, der Würstelstand, an dem man spätnachts neue Freunde kennenlernt, die wiederum neue Stinke-Lokale empfehlen…es war herrlich! 9,5 Stunden und ein paar Getränke später hatte ich meinen Horizont erweitert und die außergewöhnliche Gastfreundschaft manch eines Währinger Beisls genossen.

Und all das, um 4 Stunden später bereits wieder auf dem Weg in ein anderes Teilgebiet österreichischer Kultur zu reisen: nach Triest! Jetzt werden mal kurz einige von euch gähnen. Triest. Das Schlechtwetter Programm, wenn man als Kind auf Urlaub an der italienischen Riviera oder in Istrien war. Die Stadt, die halt das Pech hat in einem Land zu stehen, wo es so viele andere tolle Städte gibt, sodass sie ein wenig untergeht. Ich gebe zu, ich habe mitunter von Triest auch nicht allzu viel gehalten bzw. fand ichs tendenziell ein bisschen fad. Aber schön langsam freunden wir uns an. Und obwohl ich schon gefühlte tausend Mal dort war (weils ja das nächstgelegene Meer von Österreich aus ist), habe ich dieses Mal etwas ganz tolles Neues entdeckt, das mir zuvor NOCH NIE aufgefallen ist: in Triest gibt es Heurigen! Also eigentlich heißen sie Buffets, aber im Prinzip sind sie so etwas ähnliches wie Heurigen. Dort bekommt man nämlich u.a. riesige Fleischplatten, die so aussehen:

wurstplatte-da-pepi_740x495

 

Ein Berg WURST! Als hätte ich schon Samstag Nachmittag geahnt, dass das Thema WURST an diesem Tag noch eine besondere Rolle spielen wird! Apropos: ist das cool oder ist das cool, dass Conchita Wurst für Österreich den Song Contest gewonnen hat? Mein Reisebegleiter und ich saßen händchenhaltend und mit vor Aufregung weit aufgerissenen Augen und Mündern pünktlich zur Punktevergabe vor RAI Due und lauschten den italienischen Kommentatoren, die wohl keine Lust hatten die jeweiligen Fernsehansager sprechen zu lassen und prinzipiell die ganze Zeit über vor sich hin quasselten. Am besten gefiel mir ja eigentlich das zwischenzeitliche Interview zwischen der unterernährten dänischen Moderatorin und Conchita, das so kurz war, dass nicht mal die italienischen Moderatoren dazwischenquatschen konnten. Die Moderatorin fragt sowas wie „How are you feeling?“ und Conchita gibt nur ein ergriffenes Schluchzen von sich, Interview aus. Großartig!

Übrigens fand ich an diesem Wochenende gar nichts mehr überraschend oder eigenartig. Auch als wir gerade am Canal Grande entlangspazierten, plötzlich eine Horde Clowns (ja, Clowns!) auf uns zuläuft, uns Tütüs, rote Nasen und übergroße Brillen aufsetzt, ein Clown-Spalier bildet und uns mit einer spontanen Foto Session zwangsbeglückt, empfand ich das einfach nur als weitere interessante Zwischenepisode dieses Wochenendes. Ich frage mich zwar schon, wer wohl die Clowns waren, warum sie ein Spalier bilden und auf welchen obskuren Internetseiten jetzt wohl mein Clown-Konterfei erscheinen wird, aber mei.

Jedenfalls schauen wir jetzt einfach mal zum Wochenstart ein paar Triest-Fotos, gut? A presto!

Der Canal Grande vor dem Clown-Zwischenfall

canal-grande-triest_740x495

Aperitivo, für mich nach wie vor eine der weltbesten Erfindungen und schmerzlich in Österreich vermisst!aperitivo-triest_740x495
Bescheidenheit ist keine Tugend. Hier gibt´s wohl das beste Eis!   gelato-ottimo_740x495

…und hier.grom-eis_740x495

Legalizza amore, si!legalizza-amore_740x495

Italiener, die alten Romantiker

sei-il-mio-sole_740x495

 

 

 

Previous Post Next Post

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply