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The daily hazards of life

Von der theoretischen Leichtigkeit des Seins – und der praktischen Schwierigkeit sie umzusetzen

The problem is not to find the answer. The problem is to face is the answer.“ Terence McKenna

Hand aufs Herz. Wer von uns hat sich nicht schon mal gedacht: wenn ich den ganzen Kram, den ich tagein tagaus so mache – allen voran zur Arbeit gehen, brav Dienst verrichten und mich im Idealfall nicht über lästige e-mailer oder anstrengende Anrufer ärgern – ja wenn ich den einfach nicht machen und ihn aufgeben würde, wäre ich dann nicht vielleicht, unter Umständen, eventuell ein kleines Stückchen glücklicher (oder müsste mich zumindest weniger oft über Nichtigkeiten echauffieren) ?

Und wer von uns hat sich im Anschluss daran nicht gedacht: oje, aber wer zahlt denn dann meine Miete? Und was werden wohl meine Eltern und meine Freunde und überhaupt alle anderen dazu sagen? Werden mich nicht alle für einen Hippie mit einer ausgeprägten ersten Midlife-Crisis halten? Das wäre doch viel zu unvernünftig und verrückt und überhaupt!

Ich vertrete die These, dass viele von uns wissen, was sie glücklicher machen könnte, aber da das unvernünftig ist (Kind, du hast doch einen sicheren Job!), gegen gängiges gewünschtes soziales Verhalten verstößt (Kind, ab 30 musst du aber mal schnell ans Heiraten und Kinderkriegen denken) oder sie schlichtweg zu faul und träge sind, nichts dafür tun. Ich schließe mich da gar nicht aus. Ich weiß, dass es eigentlich nicht in meinem Naturell liegt bzw. meinen Wunschvorstellungen entspricht jeden Tag zu fixen Zeiten in einem schnöden Bürogebäude zu sitzen und dabei meine Kreavität in den Mühlen der Bürokratie versanden zu lassen. Und ich tue es trotzdem. Weil die Rahmenbedingungen zwar nicht ideal sind, der Inhalt aber passt. Und ich bin mir ebenso im Klaren darüber, dass es naiv wäre zu glauben anderswo im Universum herrscht immer Eitel Wonne und alle laufen mit happy faces herum und singen Lieder vom Weltfrieden.

Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist, dass man selbst bestimmen kann, ob man sich von mangelnder Wertschätzung und wenigem gegenseitigen Respekt abstumpfen lassen will (und die sind für die Leichtigkeit des Seins ganz essenziell!) oder nicht. Und ob man akzeptieren möchte, dass Kleingeister unnötigen Ballast auf einem abladen – einfach weil sie Kleingeister sind. Vielleicht werde ich also sicherheitshalber mal recherchieren wie man als Hippie so lebt, Blumen im Haar sind ohnehin gerade wieder in!

Beitragsfoto via Pinterest
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2 Comments

  • Reply Sarah Dezember 9, 2014 at 5:26 pm

    Großartiger Text. Du sprichst mir aus der Seele. Bezüglich der Leichtigkeit des Seins: es sind immer Risiken, die man eingehen muss, um etwas zu erreichen, dass andere vielleicht nicht haben. Ich habe mich für die Kreativität entschieden. Und dieser Blog post hat mir dabei geholfen (der Titel sagt schon alles): http://robcampbell.wordpress.com/2014/11/20/shit-can-always-happen-but-so-can-great-things/

    • Reply theblissfactor Dezember 10, 2014 at 7:50 am

      …dann schau ich mir den gleich mal an, danke! :)

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