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It´s random, but inspiring!

Die Herrlichkeit, in Wien zu leben

Kurz mal ins Ballkleid schlüpfen und auf einen Sprung in die Hofburg gehen, dort ein bisschen lustwandeln, Walzerklängen lauschen und sich sehr mondän fühlen – kann ich! Weil ich in Wien wohne. Und das ist super!

Ich gebe zu, ich habe etwas Zeit gebraucht, es zu erkennen, aber jetzt bin ich mir absolut sicher: Wien ist einfach geil. Ich meine, so richtig. Als bockiger Teenager, der mit Knight Rider und Beverly Hills 90210 aufgewachsen ist, fand ich Wien öde und ätzend und war überzeugt, im Land der Hamburger (oder überall sonst auch auf der Welt) ist alles viel aufregender! Es ist auch durchaus aufregend, einfach weil es anders ist, aber erst kürzlich, als ich im Auto den Ring entlang gefahren bin, vor dem Rathaus die Eisläufer unterwegs waren und gegenüber gerade die Besucher ins Burgtheater strömten, hatte ich wieder einen richtigen Flash und dachte mir: mein Gott, wie schön ist das denn bitte alles hier?!

Und dann gestern: zum Ende der Faschingssaison wollte ich mir noch zumindest einen saisonalen Ballbesuch gönnen. Das geht in Wien auch so einfach. Kleid überwerfen, Haare machen, in die unbequemen Schuhe schlüpfen, ins Taxi steigen und fünf Minuten später stehst du vor einer ehemaligen Kaiserresidenz und betrittst ein Reich, das unsere amerikanischen Freunde wohl als Disney Land bezeichnen würden, nur eben echt und viel großartiger. Man kann gar nicht anders, als sich ein klein wenig imperial zu fühlen, wenn man die rotbespannten Stiegen zu den Festsälen hochschreitet, umringt von anderen Menschen, die lange, glitzernde Kleider, Smokings und Fracks tragen und denen genauso das Herz aufgeht, weil´s nun mal einfach geil ist an einem normalen Montag Abend durch ein geschmücktes Schloss zu schreiten (und zu tanzen).

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Da stand ich also gestern in meinen unbequemen Schuhen, auf wunderschönem Parkett (ich liebe ja gute Böden sehr), in meinem Ohr Walzer, Rumba und was es sonst so an Standard-Tänzen gibt (ich muss gestehen, keine allzu begeisterte Paartänzerin zu sein), ringsum leichter Würstelduft von den Sacher Würsteln, die im Nebenraum kredenzt wurden, und fühlte, wie mein ganzes Ich gerade wieder übergeht vor lauter Glück und Freude, dass ich in genau diese Stadt hineingeboren wurde.

 

Fotos: ©Hofburg Wien

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