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Travelling

Rovinj, Triest und die fremde Frau, die von meinem Teller aß

Unlängst in einem Restaurant in Triest. Ich esse gerade istrische Pasta (recht exotisch, Wuzzinudel-ähnlich, lecker), da steht eine italienisch sprechende Dame vom Nebentisch auf und fragt mich: Sind das spezielle Nudeln? Und, schmecken sie gut? Ich: Ja, istrische Nudeln, lecker. Sie: Cool, darf ich kosten? (Zieht in dieser Sekunde eine Gabel hervor) Ich: Äh, jjja? (Mir nicht ganz sicher seiend ob diese wildfremde Frau sich jetzt tatsächlich von meinem Teller bedienen wird) Sie greift beherzt zu, kostet, bedankt sich und geht wieder. So geht Völkerverständigung natürlich auch.

Irgendwie passt diese Episode aber auch durchaus zu Triest. Raue Schale, aber doch irgendwie ein lieber Kern/Kerl. Ich selbst bin ja nicht der allergrößte Triest Fan auf der Erde, ich kenne allerdings eben diesen sehr gut. Weshalb ich in den letzten Jahren durchaus öfter als vielleicht unbedingt nötig im (sehr) kleinen Wien am Meer war, das ich früher immer eher nur als Schlechtwetter-Notfalls-Programm auf dem Radar hatte. Nach Triest ist man immer gefahren, wenn im Grado-Urlaub/Kärnten-Urlaub/Istrien-Urlaub ein Tag mit schlechterem Wetter war. So hat sich die Hafenstadt in meiner Erinnerung immer eher nur einen Lückenbüßer-Platz gesichert. Und man muss auch ganz ehrlich sagen: es gibt spannendere Städte, wobei sich good old Triest in den letzten Jahren gemausert hat. Es gibt mittlerweile auch richtig gute Lokale (überhaupt besteht die Innenstadt eigentlich hauptsächlich aus Bars, das macht sie wiederum sehr sympathisch – Aperitivo olé!), das Hotelangebot ist wesentlich besser geworden, es schwimmen zwar immer noch riesige Quellen an den „Stränden“ von Barcola und im Hafenbecken herum, aber im Kern ist die Stadt, in der alles immer eine leichte Patina hat, lebendiger geworden.

Der Canal Grande, für mich der schönste Ort in Triest

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…wo ich diesmal übrigens auch in einem großartigen neuen Hotel gewohnt habe. Mit gutem Blick.

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 Der wesentliche Vorteil an Triest: es gibt ein Meer

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Triest wie es leibt und lebt: immer leicht angegammelt, aber trotzdem mit einem gewissen Charme  triest-patina-streets_740x493

Der Triest-Fan an meiner Seite liebt natürlich auch an der Stadt, dass sie vergangenheitsbedingt durchaus noch die ein oder andere österreichische Prägung – aber eben mit italienisch-istrischem Touch – hat. Zum Beispiel, weil es überall Apfelstrudel gibt – aber mit Pinienkernen. Oder weil Gnocchi al Gulasch auf manch einer Speisekarte steht. Überhaupt, man hat manchmal das Gefühl, dass die Triestiner sich ihrer eigenen inneren Verbundenheit und Zugehörigkeit nicht ganz sicher sind. Es mischen sich die istrische mit der österreichischen und italienischen Mentalität und vielleicht deshalb ergibt sich insgesamt auch immer dieses leicht raue, nicht ganz feingeschliffene Bild der Stadt, das Triest durchaus von anderen italienischen Städten abhebt. Und überhaupt, wo sonst gibt´s solche Schweineplatten? ;)

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Erstmalig in meiner doch schon recht prominenten Triest-Geschichte habe ich übrigens das Schloss Miramare besucht. Das ebenfalls den Triestiner Hang zu Patina konsequent weiterlebt. Eigentlich schön, aber irgendwie vergammelt. Wenn man die akkurat gepflegten Wiener Gärten und Schlossparks gewöhnt ist, kann die raue Ungepflegtheit des Miramare Parks zwar auch seinen shabby chic Reiz haben, ein bisschen Unkraut zupfen würde aber trotzdem nicht schaden.

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Wenn man sich als Kaiser schon extra eine Marmorstatue anfertigen lässt, warum schreibt man dann den Namen eigentlich nicht richtig?

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Und übrigens, der furchteinflössende Polizeihund von Miramare:

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Übrigens, auf meiner Tour de Istrien, war ich auch bei einem anderen sehr guten Bekannten wiedermal zu Gast: in Rovinj. Dort habe ich natürlich sofort meine neu erworbenen Kroatisch Kenntnisse (ich gehe jetzt wöchentlich in einen Kroatisch Kurs) angewandt, allerdings mit dem ewig gleichen Problem: ich sage ein Wort und verstehe dann leider nicht die Antwort.  Naja, wie auch immer. Schön war´s wieder.

Ich kann behaupten, dieses Hotel kenne ich am besten auf der Welt, ich war ja schließlich in den letzten 3 Jahren schon 6 Mal dort: Hotel Lone, Rovinj

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Das kroatische Meer. Immer blau. Immer sauber. Immer der Bringer.

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