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Travelling

Normandie: 4 Fragen und 5 oder mehr Antworten

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber mit fortschreitendem Alter beginne ich Dinge zu schätzen, die mir bis dato eher fern waren. Kühle im Sommer zum Beispiel. Ich mag Hochsommer einfach nicht mehr. Ich hasse die Hitze in der Stadt. Blöd natürlich, angesichts der Klimaerwärmung.

Und so kam es, dass ich mich dieses Jahr für eine wie ich finde äußerst funky Urlaubsdestination entschied: die Normandie. Ja, ihr habt jetzt sicher viele Fragen. Ich werde sie also gleich mal beantworten.

Warum fährst du nicht ans Mittelmeer? Und überhaupt, wie kommt man eigentlich in die Normandie?

Mittelmeer kann ja jeder. Mache ich zwischendurch ja auch zum Drüberstreuen. Und dort ist es mir im Hochsommer einfach auch ZU HEISS! Mein Wettercheck in der Normandie ergab: angenehme Durchschnittstemperaturen um die 20 – 25 Grad, hin und wieder ein paar Wölkchen, bestes Neues-Babsi-Lieblings-Wetter! (wobei ich – natürlich – gerade in einer Hitzewelle dort war, da hatte es dann auch schon mal 35 Grad)

Die Anreise bin ich, dank meines jahrzehntelangen 10-Stunden-Autofahrten-ohne-Klopause-Trainings mit meiner Familie, äußerst entspannt angegangen. 1.500 km in eine Richtung? Pah, ist doch ein Klacks! Also, fast. Wenn da nicht Deutschland wäre und seine eeeeewigen Staus! Ehrlich, die Stauansagen im deutschen Radio nehmen mehr Sendeplatz ein als Musik. Weil ständig irgendwelche Gegenstände auf der Fahrbahn liegen, Steinewerfer auf Brücken stehen oder sonstige Wahnsinnige ihr Unwesen treiben. Jedenfalls: man kann mit dem Auto in die Normandie fahren (ich würde es aber nur empfehlen, wenn man wie ich das jahrelange Langstreckentraining absolviert hat, dann ist einem einfach alles wurscht).

WTF mache ich eigentlich in der Normandie? Gibt es dort nicht nur Kühe, Kriegsdenkmäler und sonst nix?

Es gibt in der Tat viele Kühe. Sehr, sehr viele Kühe. Und sehr viele Schafe und Pferde und Wiesen – generell einfach viel GEGEND. Phasenweise könnte man also auch meinen in Österreich zu sein. Aber dann wären da natürlich auch noch die MEGAGEILEN, kilometerlangen Strände, an denen man teilweise komplett alleine ist! Und die Felsen von Étretat, die einfach unglaublich schön sind. Und diese pittoresken Dörfchen, die einem das Herz aufgehen lassen vor lauter französischem Liebreiz! Zwischendurch dann einfach zum Drüberstreuen das ein oder andere teils verlassene Schlösschen (das anderswo das Hauptsightseeing Highlight wäre), der MONT ST. MICHEL (!!) und soviel unglaublich gutes Essen, dass man sich in jedem Fall in einer Win-Win Situation wähnt.

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Wo ist es am schönsten?

Das ist schwierig. Es gibt nämlich soviel tolles in der Normandie. Trotzdem, mein Lieblingsort: HONFLEUR! Der Ort recht weit oben im Norden unweit von der 50er Jahre Stadt Le Havre und dem Strandbad der Reichen und Schönen Deauville hat das Wort „pittoresk“ quasi auf die Stirn tätowiert. Rund um das kleine Hafenbecken reihen sich Fachwerkhäuser und kleine Cafés, am Marktplatz steht eine ganz wunderbare Kirche aus Holz, die tagsüber von unterschiedlichen Marktständen mit all den extrem köstlichen Dingen, die es in Frankreich so zu essen und trinken gibt, gefüllt sind. Jedes einzelne Gässchen sieht aus wie aus einer besonders gut gemachten Hollywood-Kulisse aus einem verträumten Film, der es sich zum Ziel gemacht hat, zu zeigen, dass Frankreich das schönste Land der Welt ist/sein könnte.

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Wer es ruhiger mag (es ist aber eigentlich überall in der Normandie recht ruhig, muss man sagen), ist auf der Cotentin Halbinsel bestens aufgehoben. Dort findet man stürmische Caps, scheinbar unendlich lange Strände (durch den riesigen Gezeitenunterschied muss man mitunter auch recht lange gehen, bis man mal das Meer erreicht hat) und äußerst beschauliche Dörfer, die nur sehr selten einen österreichischen Touristen (oder überhaupt einen Touristen) gesehen haben.

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Unbedingt muss man natürlich auch zum Mont St. Michel. Dort sind zwar sämtliche Touristen, die sonstwo fehlen, auf einem Haufen zusammengepfercht, aber der einsame Berg mit der Kirche an der Spitze mitten im Meer ist einfach etwas, das man im Leben einmal gesehen haben sollte.

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Wo wohne ich?

Ein eindeutiger Pluspunkt für die Normandie: es gibt wahnsinnig schöne Unterkünfte zu guten Preisen. Sehr gut aufgehoben ist man generell in den Chambre d´hôtes, also quasi Bed&Breakfasts auf Französisch, die nicht selten in schönen alten Herrenhäusern oder wunderbar hergerichteten Bauernhöfen untergebracht sind. Wiedermal habe ich mir gedacht: Franzosen haben einfach einen guten Geschmack. Da könnten sich die ein oder anderen Kärntner Pensionen, die Oma-Charme und im besten Fall Möbelhausflair versprühen, ruhig ein ganz großes Stück davon abschneiden.

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Und übrigens: es stimmt einfach nicht, dass Franzosen hochnäsige, unnette Menschen sind. Ich liebe Franzosen. Vielleicht liegt´s auch daran, dass sie so eine entzückende Sprache sprechen. Ich bin jetzt jedenfalls wieder ein Fan und glaube, dass ich bald wiedermal in ein kleines nettes Steinhäuschen an einem normannischen Strand zurückkehren werde.

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2 Comments

  • Reply Helena August 9, 2016 at 7:36 am

    Oh, die Normandie ist so unglaublich schön. Krieg mit deinen Bildern direkt wieder Sehnsucht dorthin zu fahren. Alle Lignano-Aficionados und Provence-Begeisterte wissen ja gar nicht, was ihnen da entgeht. Ist aber auch gut so, dann isses dort nicht so voll ;)

    • Reply Barbara August 9, 2016 at 8:32 am

      Stimmt, ich fand´s sehr angenehm, dass dort außer ein paar Franzosen kaum Touristen anzutreffen waren! :)

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